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✂️ Das allerallerschlechteste Schnittmuster der Welt… {13 Goldene Regeln}

Es geht schon eine Weile in meinem Kopf herum. Das Thema kommt immer wieder mal auf den Tisch. Manchmal, wenn ich selber ein Schnittmuster drucke, schneide oder klebe, manchmal aber auch schon, wenn ich etwas „Neues“ im Netz entdecke. Dann erinnere ich mich an die „Goldenen Regeln für schlechtes HTML“ – eine Seite aus den 90ern. Kennt das noch wer?IMG_1079

Bisher habe ich mir immer auf die Lippe Finger gebissen. Aber jetzt muss ichs einfach mal loswerden. Es kann ja auch nicht besser werden, wenn man nichts weiß, ne? Also. Heute für euch: die besten Regeln zur Erstellung eines Schnittmusters. Wer Ironie nindet, darf sie behalten 😀

How-to – Goldene Regeln für ein supertolles Schnittmuster

  1. Ah, ein neues Free-Book wird rausgekommen. Klau ich gleichmal, male es ab und verkaufe es für teuer Geld bei dawanda. Ein paar Dumme werden sich schon finden, die es mir abkaufen. Wenn ich gut bin, ist meine Billigkopie schneller aufm Markt als das Original.
  2. Also kritzelt man am besten einfach ein paar Linien auf ein Papier und scannt es ein und fertig. Gradieren, was ist das?
  3. Ich mags bunt. Am besten 3738 Farben und alle schön hellneongrünleuchtend. Gestrichelte Linien und Punkte mag ich nicht, wie sieht denn das aus. Mir doch egal, wenn man keinen Bunt-Drucker hat. Wird schon gehen. Sind dann eben alle Linien hellhellgrau, hellgrau, hellmittelgrau… und manche sind eben einfach weg.
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  4. Ich schreibe extra die Größen alle in ein Legendenkästchen auf jede Seite des Schnittmusters. Da können sie dann schön suchen, welche Größe zu welcher Linie gehört.
  5. Papierverschwendung? Mir doch egal. Wenn ich die Schnittmusterteile alle senkrecht nebeneinander lege, sieht das einfach schöner aus. Am besten, jedes Teil auf ein Blatt.
  6. Was ist denn A0-Format? Und Plotten? Hä? Bei mir gibts nur A4. Reimt sich. Gut!
  7. Damit es auch jeder versteht, gibt es ein Rockteil für den Rock und ein Rockteil für das Kleid. Sind zwar identisch, aber wen intressierts. Papierverschwendung rulez!
  8. Oh Mist, an einigen Stellen habe ich die Nahtzugabe mit eingemalt, naja, das schreib ich irgendwo klein an den Rand, dass man die nicht noch dazunehmen braucht.
  9. Ich habe eine Idee, wie man noch mehr Papier verbrauchen kann: ich mache einfach für jede Größe eine Datei. Da muss man alles nochmal ausdrucken, wenn mans größer oder kleiner braucht. Richtig gut ist es erst, wenn man mehr Papier in den Müll wirft, als man Schnittmuster am Ende übrig hat.
  10. Am besten ich mache noch eine extra Seite, wo nur mein Label und der Name und die Größen des Schnittmusters drauf stehen. Das sollte man sich zusätzlich mit ausdrucken. Macht ja nichts, wenn man das Schnittmuster dann ausgeschnitten hat und das Blatt nicht mehr aufzufinden ist. Ordnung ist das halbe Leben. Man kann es sich ja auch selber drauf schreiben, welches Schnittteil das ist, also echt mal.
  11. Abhäher? Was für Weicheier.
  12. Beim Zerstückeln in einzelne Seiten gelingt mir das immer nicht so mit dem Rand. Irgendwie sind sie alle unterschiedlich groß und manchmal gibts gar keinen Kleberand. Also muss man beim Zusammenkleben halt mal bissl improvisieren. Nicht so schlimm, wenn da auf jedem Blatt einen 1cm-lange Linie fehlt. Oder eben einen Randlosdrucker kaufen, solls ja geben, hab ich mal gehört.
  13. So, und nun noch einen Name: Vielleicht „MaMIkaAnAkiraLA“? Viele „A“s am besten und paar große und paar kleine Buchstaben gemixt. Hauptsache, es versteht keiner, was es sein soll. Und am besten findet es auch im Netz keiner wieder.

Ihr habt noch mehr Anregungen und Tipps, wie man am besten ein Schnittmuster designt? Dann her damit, schreibt mir einen Kommentar! Und dann mal los!

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10 Kommentare zu „✂️ Das allerallerschlechteste Schnittmuster der Welt… {13 Goldene Regeln}

  1. Haha, vieles davon erkenne ich auch wieder 😉 Wobei ich lieber ein paar Blatt Papier mehr drucke, wenn es dadurch dann übersichtlicher wird. Diese ganz riesigen Plakate, die man sich da häufig zusammenkleben muss, finde ich auch häufig doof, vor allem, wenn dann die Überlappung nur ein paar Millimeter ist bei manchen Teilen. Und gerade bei den aufwändigeren Schnitten, die auch noch viel Variation bieten, fände ich es oft schöner, wenn ich gezielt die Schnittteile ausdrucken könnte, die ich auch für meinen geplanten Versuch brauche. Und dann kann ich ja später immer noch einmal die nötigen Teile für Version B, C oder D drucken. Aber das sind halt persönliche Vorlieben 😉
    LG und danke für das Schmunzeln am Nachmittag
    Jana

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  2. Liebe Lucie,
    hättest du mir das mal von ein paar Wochen erzählt. Was hätte ich mir für eine Arbeit für mein Freebook erspart! Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich meinen Schnitt aufs Papier gezeichnet, gescannt und gedruckt habe, damit auch jeder das Gleiche ausdruckt wie ich…. Jedenfalls hab ich jetzt Notizpapier bis zum übernächsten Jahr…
    Ich kann deinen Ärger verstehen. Aber da kann man sich selbst helfen. Einfach weniger kaufen.
    Mal ehrlich, eigentlich haben wir doch alle schon genug Schnittmuster. Und keiner kann das Rad neu erfinden, jeder Mensch (zumindest die meisten, denke ich) hat einen Kopf, einen Rumpf, zwei Arme und zwei Beine. Details kann man auch mal selbst konstruieren. Das spart auch Papier!
    Wobei ich meine Schnitte eh lieber auf Folie habe, aber das nur so am Rand.
    Ich hätte meine Hose auch gern gradiert, aber nach ein paar Stunden suchen hatte ich die Vermutung, dass ich für ordentliches Gradieren am besten eine Lehre mache. Dann lass ich es lieber, gibts halt nur eine Größe.
    Wegen mir könntest du auch ruhig schreiben, über welches Schnittmuster du dich so aufgeregt hast. Sucht man im Netz, findet man von den meisten Ebooks doch nur „Zuckerschock! Ach, wie süß! Mussmanhaben!“ und das meist auch noch von diesen typischen Probenähern (aber das ist ein anderes Aufregerthema).
    Ich schau die Bilder an und denke „Abnäher? Taille? Armkugel?“. Egal, Hauptsache aus dem „demnächst lieferbaren L…..“.
    Ne, jetzt reichts. Ich fang an, mich wieder drüber aufzuregen. Dabei hat mich dein Posting doch schon bei der Überschrift zum Schmunzeln gebracht. Das will ich mir jetzt nicht kaputt machen.

    Liebe Grüße
    Tanja
    (PS: Die Werbung finde ich schade… Muss das sein?)

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    1. Hallo Tanja.
      Wie du sicher bemerkt hast, war das alles sehr übertrieben geschrieben. Es bezieht sich auch nicht auf einen speziellen Schnitt, eher die Masse die jetzt vorherrscht. Und die Preise teilweise, wo es Soviele tolle Freebooks gibt!
      Welche Werbung meinst du? WordPress blendet seit Neustem selber Banner ein, darauf habe ich keinen Einfluss. Ich könnte ein Abo zahlen, aber wofür? WordPress soll ja auch leben dürfen 😉
      Trotzdem danke for deinen Kommentar. Ich wusste, dass ich mit Kritik provozieren werde, aber „alles süß“ kann ja jeder einfach schreiben, nicht? 😉
      Liebe Grüße aus dem Norden
      Lucie

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      1. Ne, „merken“ seh ich nicht. Im Moment ist es Werbung für Hyundai. Ich dachte, du hast dich für Werbung entschieden, denn bei Blogger ist es andersrum. Erst mal alles ohne Werbung, wenn du dich dafür entscheidest, kannst du Geld bekommen. Wenn es bei WordPress so ist, dass du zahlen musst, um sie loszuwerden, ist das natürlich was anderes. Dann hab ich mich doch richtig entschieden bei der Blogwahl 😉
        Liebe Grüße
        Tanja

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  3. seltsam ich sehe nirgends werbung. (chrome und firefox). ich benutze oft wordpress hatte aber da nie werbung. da würden sich meine kunden bedanken *gg.
    @tanja welchen browser benutzt du?

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    1. Aber happykpets, das macht doch absolut Sinn?! Ganz im Ernst, schneidest Du Dir rechteckige Schnittteile aus? Die schneidet man doch eh mit dem Lineal zu, damit es auch genau wird?! Letzte Anleitungsseite ist allerdings übel und damit würdig als Goldene Regel Nr. 14!

      Danke, liebe Luci, dass Du diese Gedanken mal so schön „zu Papier“ gebracht hast! Gibt es das auch zum Ausdrucken? Mach doch mal ein Freebook draus, für jede Regel aber bitte eine eigene Farbe! ;-)))

      Ganz im Ernst: Ich habe mir letztes WE ein neues Schnittmuster gekauft, weil Mutter und Schwester auch Bedarf angemeldet haben. Mir war gleich klar, ich lass das eBook plotten, öffne den Zip-File und denke mich trifft der Schlag: Jede Größe einzeln! Mehrgrößenschnitt? Pustekuchen! Auf Nachfrage wurde mir mitgeteilt, dass das sonst unübersichtlich würde, weil man ja die Nahtzugabe aufgenommen hätte. Da bleiben mir nur noch 4 Fragen:
      – Wie machen das andere Schnittmuster-Hersteller bloss, die Einzelgrößen UND Mehrgrößenschnitte anbieten???
      – Was macht man Bitteschön, wenn man zwischen 2 Größen liegt???
      – Wer zahlt mir die zusätzlichen 12,60 Euro, die ich für die beiden Extra-Plotts habe hinlegen dürfen???
      – Warum kann man solche Angaben nicht bei den Details zum Schnitt angeben, wo es doch ganz eindeutig ein unübliches Format ist???

      Wir lernen: Wer kreativ ist, läuft auch beim Erstellen eines Schnittmusters nicht im – erprobten – Mainstream mit. Vielleicht noch eine 15. goldene Regel?!

      Liebe Grüße, Nane

      Gefällt 2 Personen

      1. Da hab ich mich wohl etwas falsch formuliert. Ich rede von Schnittmustern, wo Teile entweder plötzlich aus dem Nichts auftauchen, nur etwa die Hälfte auszuschneiden und die andere Hälfte dann wirklich ganz hinten steht… Hatte aber auch schon Anleitungen, wo sowas garnicht existiert hat. (Stand nicht im Text… musste mir dann mit einem Lineal alles nochmal Nachmessen…)

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